Möchtest du mehr über Wildbienen erfahren?


Die Honigbiene kennt fast jeder, aber wusstest du, dass es in Deutschland fast 600 andere Bienenarten gibt? Alle sammeln Pollen, doch viele Wildbienen sehen so speziell aus, dass man erst einmal überlegen muss, wen man da eigentlich vor sich hat.Wildbienen sind echte Individualisten, denn auch ihre Lebens – und Nistweise unterscheiden sich teils sehr voneinander…
Lebensweise von solitär und sozial lebende Wildbienen
Wildbienen sind faszinierende Bestäuber, die sich in ihrer Lebensweise stark unterscheiden. Manche leben alleine, andere in großen Gemeinschaften.
Solitäre Wildbienen
Die meisten Wildbienen leben solitär . Jedes Weibchen baut sein Nest alleine und versorgt die Brut ohne Hilfe von Artgenossen. Sie sammeln Pollen und Nektar und kümmern sich um alles, was zum Aufziehen der nächsten Generation nötig ist.Da die alleinige Versorgung der Nachkommen ein echter Kraftakt ist legen solitär lebende Wildbienen deutlich weniger Eier als soziale Wildbienen.
Soziale Wildbienen
Nur wenige Arten, wie Hummeln und einige Furchenbienen, sind sozial und leben in Staaten. Diese Wildbienen teilen sich die ihre Aufgaben: Brutpflege, Nahrungssuche oder Nestschutz werden gemeinschaftlich erledigt.
Kuckucksbienen
Wusstest du, dass ein Viertel aller Wildbienenarten Kuckucksbienen sind? Ähnlich wie der namensgebende Vogel legen sie ihre Eier nicht selbst in eigene Nester, sondern in die bereits vorbereiteten Nester anderer Wildbienenarten – ihrer Wirte.
Diese Nist- Strategie macht Kuckucksbienen, jedoch stark von ihren Wirten abhängig. Wenn die Wirtsarten bedroht sind, gerät auch das Überleben der Kuckucksbienen in Gefahr…
Ab wann fliegen Hummeln?
Mit der Weidenblüte beginnt das Wildbienenjahr: Ab März kommen die ersten Wildbienen aus ihren Nestern, den Anfang macht häufig die Erdhummel. Jede Hummel, die du im zeitigen Frühjahr siehst, ist eine Königin.Sie hat eine wichtige Aufgabe, die Gründung eines neuen Hummelstaats.
Hummeln können schon bei niedrigen Temperaturen von etwa 3 bis 8 Grad Celsius fliegen. Möglich ist das durch ihre besondere Fähigkeit zur Thermoregulation: Hummeln können ihre Flugmuskeln zittern lassen und sich so selbst aufwärmen. Dank ihrer dichten Behaarung und ihrer besonderen Fähigkeit der Thermoregulation ,fliegen sie oft schon bei Temperaturen zwischen 3 und 8 °C.
In der Natur nutzen Hummeln verlassene Mäusebauten, kleine Höhlen zwischen Wurzeln oder dichte Grasbüschel als Nistplätze. Im Garten kannst du sie unterstützen, indem du ihnen einen geschützten Nistplatz in einem Hummel Nistkasten anbietest.
Wildbienen sorgen sie das ganze Jahr über für eine vielfältige Bestäubung und tragen entscheidend zum Erhalt unserer Natur bei. Wusstest du das eine einzelne Hummelkönigin bis zu 4000 Blüten pro Tag bestäuben kann?!
Lang lebe die Queen!
Wissenschaftler der Universität Bristol haben herausgefunden dass Hummeln mithilfe von stinkenden Fußabdrücken zwischen ihrem eigenen Duft, dem Duft von Verwandten und dem Duft von fremden Hummeln unterscheiden können.In einer Studie zeigten die britischen Forschenden, dass Hummeln bei jeder Landung auf einer Blüte ihren ganz individuellen Duft hinterlassen.
Diese Duftspur signalisiert anderen Hummeln, dass die Blüte bereits besucht wurde und dort kein Nektar mehr zu finden ist.So vermeiden Hummeln unnötige Stopps. Dies ist ein sehr großer Vorteil bei der Nahrungsaufnahme , denn eine Hummel muss im Laufe ihres Lebens viele Blüten besuchen, um ausreichend Nahrung für sich selbst und das Nest zu sammeln. Würde sie immer wieder auf leeren Blüten landen, würde das viel Zeit und Energie kosten. Durch das Erkennen von Duftmarken sparen Hummeln Kraft und ihre Suche nach Nahrung ist viel effizienter.
Das ist ein Vorteil sowohl für die einzelne Hummel als auch für die gesamte Kolonie.
Wer hätte gedacht, dass stinkende Füße einmal so nützlich sein können?